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Mobbing

Letzte Änderung: 07.10.2015

Mobbing im Arbeitsrecht

Der Begriff „Mobbing" ist von dem englischen Begriff "Mob" (Pöbel) abgeleitet. Er beschreibt damit eine erhebliche beleidigende, rücksichtslose und sittenwidrige Belästigung einer Person.

Im Arbeitsrecht bezeichnet der Begriff des Mobbing damit eine dauerhafte, systematische und persönlichkeitsverletzender Einwirkung auf eine Person, mit dem Ziel, diese psychisch oder körperlich zu schädigen. In vielen Fällen besteht die Absicht weiter darin, ein arbeitsvertraglich relevantes Verhalten bei dem Opfer zu erreichen, z.B. durch Eigenkündigung, Wechsel des Arbeitsorts oder Rückzug aus einer Konkurrentensituation.

Entscheidend für das Vorliegen eines „Mobbing" aus rechtlicher Sicht ist die Systematik der einzelnen Vorfälle, so dass regelmäßig einmalige oder nicht zusammenhängende Vorfälle nicht ausreichen. Nach der Rechtsprechung ist Voraussetzung für die Annahme eines Mobbing, dass einzelne Vorfälle so miteinander verklammert sind, dass sie eine einheitliche Systematik aufweisen. In einem gerichtlichen Verfahren ist der Arbeitnehmer für das Vorliegen der einzelnen Vorfälle und deren Verklammerung zu einer Systematik, Darlegungs- und beweisbelastet.

Rechtsfolge eines Mobbing ist ein Unterlassungsanspruch des Opfers und Schadensersatzansprüche, z.B. Schmerzensgeld. Neben dem Täter steht der Arbeitgeber in der Verantwortung. Der Anspruch gegen den Arbeitgeber bezieht sich auf die Durchführung arbeitsrechtlicher Maßnahmen bis hin zur Versetzung oder Kündigung des Täters.

Zuständig ist für Mobbing-Fälle auch der Betriebsrat oder Personalrat. Möglich ist auch die Bestellung eines Mobbingbeauftragten und eine Betriebsvereinbarung, in welcher der Umgang mit Mobbing-Fällen geregelt ist.

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