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Geheimcode im Arbeitszeugnis

Letzte Änderung: 04.05.2012

Geheimcode

Unter einem Geheimcode im Arbeitszeugnis wird eine Formulierung oder eine Gestaltung des Arbeitszeugnisses in einer Weise verstanden, die Dritten Informationen über den Arbeitnehmer vermitteln sollen, die im Zeugnis jedenfalls ausdrücklich nicht enthalten sind, und Informationen geben sollen, die entweder unzulässig sind, oder aus anderen Gründen, z.B. bei gerichtlichen oder außergerichtlichen Vergleichen, ins Zeugnis nicht aufgenommen sind. Die Verwendung solcher Geheimcodes ist im Arbeitszeugnis unzulässig. Sie verstößt gegen den Grundsatz der Zeugniswahrheit. Das Bundesarbeitsgericht und die Arbeits- und Landesarbeitsgerichte beurteilen das Vorliegen solcher Geheimcodes höchst unterschiedlich. Nach dem Bundesarbeitsgericht ist eine formelhafte Verwendung einer Beurteilung nicht zwingend ein Geheimcode, der auf eine dahinterstehende, abwertende Leistung des Arbeitnehmers verweist. Das Bundesarbeitsgericht geht davon aus, dass bei solchen Formulierungen eine Bewertung im Gesamtzusammenhang vorzunehmen ist. Bei anderen als formelhaften Bewertungen, z.B. Schreibfehlern, einer falschen Person des Unterzeichneten, fehlerhafte Datumsangaben, unmotivierten Strichen auf dem Zeugnis, Knicke im Arbeitszeugnis, dürfte die Beurteilung als unzulässig im Wesentlichen von sämtlichen Gerichten erkannt werden.

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